Schreiner

Interessantes rund um den Beruf

Im deutschsprachigen Raum gibt es für unser Handwerk zwei Begriffe:
Tischler und Schreiner.

Die Bezeichnung Tischler leitet sich von dem Möbelstück Tisch ab und ist nicht nur der häufiger verwendete Begriff, sondern auch das offiziell verwendete Wort für die Berufsbezeichnung in der Handwerkskammer.

Das Wort Schreiner leitet sich vom Wort Schrein ab, welches ein großes Behältnis aus Holz ist. Meist ist hiermit ein Sarg oder ein Schrank gemeint. Hieran erkennt man, dass Schreiner zumindest früher neben dem Möbelbau häufig auch Bestattungen vorgenommen haben, so wie die Schreinerei Jakobs seit ihrem Gründungsjahr 1907 auch. Der Begriff Schreiner wird eigentlich  nur in Mittel- und Süddeutschland verwendet.

Schreinerei und Bestattung

Die Aufnahme in die Tischlerzünfte war anfangs an bestimmte Voraussetzungen gebunden. Die Lehrlinge mussten einer ehelichen Geburt und ehrbaren Eltern entstammen und einen „guten Leumund“ aufweisen. Dies bedeutete, dass man keinen schlechten Ruf haben durfte.

Nach Beendigung der Lehrzeit wurde in geheimen Zeremonien der Proband „gehobelt“ und von einem Altgesellen in der „Hobelpredigt“ über das Selbstverständnis und die Verhaltensregeln der Zunftmitglieder unterwiesen. Bis heute unterstellen wir uns freiwillig einem Ehrenkodex der Innung und sind stolz auf unser vielfältiges und schönes Handwerk!

Bereits im 14. Jahrhundert hat sich unser Handwerk von dem der Zimmerei getrennt. Eine Zimmerei arbeitet zwar auch mit dem Werkstoff Holz, jedoch in anderen Dimensionen und zu anderen Zwecken. Zimmerer beschäftigen sich meist mit dem Bau von Konstruktionen, Dächern und Treppen.

Die Tischlerzünfte besaßen gegenüber anderen Holzberufen das ausschließliche Recht, Hobel und Leim verwenden zu dürfen. Ebenso war ihnen die Herstellung von Fenster, Türen, Vertäfelungen, Möbeln und Särgen vorbehalten.

Dass die heutigen Aufgabenbereiche vom Möbelbau über Fenster- und Türenproduktion, Sonderanfertigungen, Denkmalschutz, Brandschutz, Insektenschutz bis hin zu Garagen und Rollläden inklusive Einbau und Montage reichen, wäre damals noch undenkbar gewesen.